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Speyer (21.06.2011).

Mittelalterliche Handschriften, deren Bildkraft sich auch der heutige Betrachter nicht entziehen kann, sind bis zum 31. August in der Krypta des Speyerer Doms zu sehen. Aus Anlass des 950-jährigen Weihejubiläums der romanischen Kathedrale zeigt die Bibliothek des Bischöflichen Priesterseminars Speyer Faksimiles - originalgetreue Nachdrucke - kostbarer Werke aus der Zeit von 800 bis 1300. Die 45 Exponate stammen aus der Sammlung Rathofer in der Bibliothek des Priesterseminars.

"Die Handschriften können starke Anstöße geben, Grundwahrheiten des christlichen Glaubens wieder neu zu entdecken", erläutert Schwester Maria Caritas Kreuzer, die die Ausstellung konzipiert hat. Passend zum Anlass hat sie Werke ausgewählt, die in Bezug zum Thema "Kirchweihe" stehen. So illustrieren die Handschriften Texte aus dem Alten und Neuen Testament, die für die Liturgie des Kirchweihfests vorgesehen sind: Jakobs Traum von der Himmelsleiter und die Weihe des Altars, die Vision des himmlischen Jerusalem in der  Offenbarung des Johannes sowie die Erzählung vom Zöllner Zachäus.

Einen weiteren Schwerpunkt bilden Illustrationen, die das Verhältnis Jesu zum Tempel festhalten, bekannte Szenen in Erinnerung rufen wie die Darstellung des Knaben vierzig Tage nach seiner Geburt, den Zwölfjährigen im Tempel von Jerusalem oder die Tempelreinigung. Dass letztlich Jesus selbst der „Tempel Gottes“ ist, zeigt unter anderem die älteste vertretene Handschrift, das westschottische "Book of Kells". Nicht fehlen darf in der Ausstellung ein Werk, das die Speyerer Kathedrale zur Zeit ihrer Entstehung abbildet: der berühmte Codex Aureus Heinrichs III., der den Salierkaiser und dessen Vater Konrad II. als Dom-Stifter für die Nachwelt festhält.

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 9.30 bis 18.30 Uhr sowie Sonntag von 11.30 bis 17.30 Uhr. Der Eintritt zur Domkrypta kostet drei Euro, für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre ist er frei. Für die Ausstellung wird kein zusätzlicher Eintrittspreis erhoben. Führungen nach Bedarf (kostenlos) können mit Schwester Maria Caritas unter 0160-292-7104 sowie per E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. vereinbart werden.    Text / Foto: is